Tierschutz-Wahlprüfsteine zur Dresdner Oberbürgermeister-Wahl 2015

Am 07. Juni 2015 findet in Dresden die Oberbürgermeister-Wahl statt. Wir möchten Ihnen die Entscheidung für Ihr Kreuz auf dem Stimmzettel wie schon zur Landtagswahl 2014 etwas erleichtern. Zu diesem Zweck haben wir Anfang Mai alle 18 Bewerberinnen und Bewerber für die OB-Kandidatur angeschrieben und ihnen einige Fragen zu fünf tierschutzrelevanten Bereichen gestellt.

Neben den letztlich zugelassenen Kandidatinnen und Kandidaten erhielten wir leider einzig von Herrn Jack Hubald eine Antwort. Da jedoch bereits feststand, dass er nicht zur OB-Wahl zugelassen wurde, verzichtete er verständlicherweise auf die konkrete Beantwortung unserer Fragen. Wir möchten Herrn Hubald an dieser Stelle trotzdem dafür danken, dass er auf unsere Anfrage reagiert hat.

Von den Kandidierenden zur OB-Wahl erhielten wir von Frau Tatjana Festerling (unabhängig, Unterstützung durch PEGIDA) Herrn Dirk Hilbert (Unabhängige Bürger für Dresden e.V., ruhendes FDP-Mitglied) und Herrn Markus Ulbig (CDU) keine Antwort auf unsere Fragen. Während Herr Hilbert sich auf Grund des zu vollen Terminkalenders eines amtierenden und zugleich kandidierenden OBs zumindest noch telefonisch entschuldigen ließ, verzichtete Frau Festerling auf jegliche Reaktion und war auch telefonisch für uns nicht erreichbar. Etwas enttäuschend auch die Reaktion von Herrn Ulbig: Hier sei unsere Anfrage – trotz häufiger Nachfrage – im Wahlkampfbüro „leider etwas untergegangen“, so eine Mitarbeiterin. Aber es tue ihnen leid. Stattdessen wurden wir auf die Antworten für den Tierschutzverein Dresden e. V. – Menschen für Tierrechte verwiesen. Da dessen Fragestellungen inhaltlich teilweise deckungsgleich mit den unseren waren, können wir (nur) diese Antworten Herrn Ulbigs hier wiedergeben.

Unsere Fragen befassten sich mit folgenden Themen:
  1. Den Folgen des Konsums tierischer Nahrungsmittel und inwieweit beabsichtigt ist, diesen durch gezielte Aufklärung (a), die Aufnahme des Themas „Gesunde Ernährung“ in die kommunalen Lehrpläne (b) und das tägliche Angebot eines vegetarischen bzw. bestenfalls
    veganen Gerichts in kommunalen Kantinen und Kitas zu reduzieren (c).
  2. Der Einführung einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen.
  3. Einem Gastierverbot für Zirkusse mit Wildtieren (a) bzw. Zwischenschritten zu einem solchen, wie bspw. einem Verbot, kommunale Flächen an Zirkusse mit Wildtieren zu verpachten (b).
  4. Dem Entgegenwirken des „Bienensterbens“ durch die Förderung einer ökologisch- nachhaltigen Landschaftsgestaltung (a), und der gezielten Schaffung bzw. dem Ausbau von Grünfluren und dem Begrünen städtischer Flächen (b).
  5. Weiterer tierschutzpolitischer Pläne der entsprechenden Kandidatin bzw. des Kandidaten.

Wir haben Ihnen die Antworten der Kandidatinnen und Kandidaten kurz zusammengefasst und mit folgendem Farbmuster gekennzeichnet, damit Sie deren Stellenwert auf einen Blick erfassen können:

Die ausführlichen Antworten zu unseren Fragen finden Sie unter der entsprechenden Tabelle. Die Kandidatinnen und Kandidaten sind alphabetisch nach ihren Nachnamen sortiert.

 Lars Stosch, Künstlername: Lara Liqueur (Die PARTEI)


Zusammenfassung der Antworten von Lara Liquer - überwiegend rot für schlecht, einiges grün für gut

vollständige Antwort

Dr. Eva-Maria Stange (Wählervereinigung „Gemeinsam für Dresden“, SPD-Mitglied)


Zusammenfassung der Antworten von Eva-Maria Stange - meisten Felder grün für gut

vollständige Antwort

Markus Ulbig (CDU)


Zusammenfassung der Antworten von Markus Ulbig - meisten Felder rot für schlecht

vollständige Antwort

Stefan Vogel (AfD)


Zusammenfassung der Antworten von Stefan Vogel - alles rot für schlecht

vollständige Antwort

Die Auswertung unserer Befragung zeichnet ein sehr ernüchterndes Bild. Mit Ausnahme von Frau Dr. Stange scheint das Thema Tierschutz und Tierrechte keine oder nur eine sehr untergeordnete Rolle zu spielen. Zwar wird der hohe Stellenwert des Tierschutzes durch die anderen Kandidierenden gern bekundet und hervorgehoben, jedoch verlieren sich diese lediglich in allgemeinen Floskeln und vagen Ideen. Fast schon erfrischend ehrlich mutet angesichts dieser Antworten Frau Liqueurs satirischer Beitrag an, welche mit ihren Begründungen die Gedanken führender Politiker auf den Punkt zu scheinen bringt: Für Verbesserungen des Tierwohls lieber nichts verändern und nichts anpacken – es könnte den Verbraucher zum Nachdenken anregen und Wählerstimmen kosten. Für uns ist festzustellen, dass in den kommenden sieben Jahren einzig mit Frau Dr. Stange kommunale Fortschritte in Sachen Tierschutz und Tierrechten realistisch erscheinen.

Egal wie Sie sich entscheiden: Bitte denken Sie an den Gang in die Wahlkabine am Sonntag!   

Sie möchten sich gern mehr politisch für Tierschutz einsetzen? Dann unterstützen Sie unsere politische Arbeit und schreiben Sie uns eine E-Mail an kontakt@anima-ev.de!

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